Datenqualität und Stammdatenmanagement im SAP-Umfeld: Grundlagen für stabile Prozesse

Aus Sicht eines SAP-Beraters gehört Datenqualität zu den am meisten unterschätzten Faktoren in Unternehmen. Viele Organisationen investieren erhebliche Mittel in Systemerweiterungen, Prozessoptimierungen oder die Einführung von SAP S/4HANA – doch die Basis aller stabilen Prozesse liegt in sauberen, vollständigen und konsistent gepflegten Stammdaten.

Materialstammdaten beeinflussen Beschaffung, Bestandsführung, Produktionsplanung und Versand. Kunden- und Lieferantenstammdaten steuern Preise, Zahlungsbedingungen, Buchungen, Lieferungen und Rechnungen. Bereits kleine Unsauberkeiten können zu falschen Beständen, fehlerhaften IDocs, unerwarteten Sperren oder Prozessabbrüchen führen.

Ein professionelles Stammdatenmanagement ist keine technische Aufgabe, sondern eine organisatorische Verantwortung. Klare Rollen, definierte Freigabeprozesse und strukturierte Workflows sind entscheidend. Unterstützende Tools wie SAP MDG können helfen, aber ohne disziplinierte Pflege und Ownership bleiben Verbesserungen kurzfristig.

In der Praxis führt eine hohe Datenqualität zu deutlich weniger Prozessausnahmen, stabileren Schnittstellen und einem höheren Automatisierungsgrad. Sie bildet die Grundlage für verlässliche Planung, transparente Supply-Chain-Abläufe und effiziente End-to-End-Prozesse.
Stammdatenqualität ist daher nicht „nice to have“, sondern ein zentraler Erfolgsfaktor für jede SAP-Landschaft.