In der SAP-Welt verändert sich das Spielfeld grundlegend.
Mit der EinfĂĽhrung von S/4HANA, RISE with SAP und dem Prinzip des Clean Core verlieren klassische Systemkenntnisse zunehmend an Gewicht.
Die Zeiten, in denen man mit Transaktionscodes und Tabellen allein punkten konnte, sind vorbei.
Heute zählt vor allem eines: Prozessverständnis.
🔍 1. Der Wandel vom Techniker zum Prozessberater
FrĂĽher reichte es, zu wissen, wie man etwas in SAP abbildet.
Heute muss man verstehen, warum ein Prozess so abgebildet wird.
Begriffe wie Order-to-Cash, Procure-to-Pay oder Record-to-Report sind nicht mehr nur Fachbereiche – sie sind die Grundlage für Integration, Automatisierung und Unternehmenssteuerung.
Ein Berater, der die Prozesslogik hinter dem System versteht, kann heute mehr Mehrwert schaffen als einer, der nur Transaktionen beherrscht.
⚙️ 2. Best Practices statt Eigenentwicklungen
Mit S/4HANA Best Practices liefert SAP standardisierte Prozessvorlagen, die sich schnell implementieren lassen und weltweit erprobt sind.
Das erfordert ein Umdenken: weniger Customizing, mehr Orientierung am Standard.
Der Fokus liegt auf der Frage: Wie kann mein Unternehmen den SAP-Standard nutzen, um effizienter zu werden – statt ihn zu verbiegen?
Hier trennt sich Fachwissen vom reinen Systemwissen.
🤖 3. Automatisierung ersetzt Klicks – nicht Verständnis
Viele technische Aufgaben – etwa Testautomatisierung, Datenmigration oder Monitoring – werden zunehmend von KI und Automatisierungstools übernommen.
Doch kein Algorithmus versteht den geschäftlichen Kontext, die Entscheidungsketten oder die Wechselwirkungen zwischen Prozessen.
Systemwissen kann automatisiert werden – Prozesswissen nicht.
Das ist der entscheidende Unterschied zwischen Bedienung und Beratung.
đź§© 4. Integration als neuer Erfolgsfaktor
In modernen SAP-Landschaften geht es nicht mehr um isolierte Module, sondern um End-to-End-Denken.
Ein Prozess startet im Vertrieb, greift auf Beschaffung zu und endet in der Finanzbuchhaltung.
Wer die Schnittstellen, Abhängigkeiten und Ziele dieser Prozesse versteht, kann sie gestalten – statt nur abzubilden.
Das ist die Kompetenz, die in Zukunft den Unterschied macht.
đź’¬ Fazit: Der Berater der Zukunft denkt in Prozessen, nicht in Transaktionen
Prozesswissen verbindet Technik mit Business.
Es ermöglicht, Entscheidungen zu verstehen, bevor sie konfiguriert werden.
Und genau das wird in der Ära von S/4HANA, RISE und KI zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
👉 Systeme kann man erlernen. Prozesse muss man verstehen.